Schachverein Ebersbach e.V.

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Freitag, den 27. April 2012 um 10:25 Uhr

Saisonbilanz

Wie unlängst angekündigt, eine kleine Rückschau auf die Oberliga-Saison der I. Mannschaft.

Das Saisonziel Klassenerhalt ist verfehlt worden: SVE I belegt in der Abschlusstabelle mit 3:15 Punkten den neunten und vorletzten Platz und muss in die Verbandsliga absteigen.

Rückblickend kann man sagen, dass Ebersbach an fast allen Gegnern „dran“ war: Wie schon im vergangenen Jahr wurde kein Kampf höher als 3:5 verloren, allein vier Mal (gegen Schmiden, Schwäbisch Gmünd, Stuttgart II und Willsbach) gab es mit 3,5:4,5 die knappest mögliche Niederlage. Teilweise hätten die Niederlagen höher ausfallen können, in anderen Kämpfen war mehr drin. Insbesondere die verlorenen Begegnungen gegen Pfullingen zu Saisonbeginn und Willsbach am Ende gegen mehr oder weniger direkte Konkurrenten brachen den Filstälern das Genick. In starker Form präsentierte sich SVE I vor allem in Ulm (wo zu siebt ein 4:4 geholt wurde) und in Biberach (wo durch ein überzeugendes 6:2 der Abstiegskampf noch einmal spannend gemacht wurde).

Bemerkenswert ist, dass wir erstmals seit Langem zwei kampflose Niederlagen zu verzeichnen hatten: Gegen Ulm waren wir eigentlich vollzählig, Bernd Grill fand aber das Spiellokal nicht rechtzeitig (siehe sogleich); gegen Stuttgart I fiel Michael Rupp aus und konnte nicht ersetzt werden. Ein Problem war auch, dass unsere Mannschaftskämpfe (zu) oft mit denen der Zweiten kollidierten.

Schaut man sich die Leistungen der Spieler im Einzelnen an, ergibt sich ein differenziertes Bild:

Bernd Grill konnte mit 3,5/9 (bzw. aus 8 Partien, wenn man die kampflose Niederlage nicht zählt) nicht ganz so auftrumpfen wie in der Vorsaison. Freilich bekommt er es am Spitzenbrett in der Regel mit sehr starker Gegnerschaft (DWZ-Schnitt: 2250) zu tun. Mit diesen starken Gegnern hat Bernd auch in dieser Spielzeit auf Augenhöhe mitgehalten. Schade ist es um den in Ulm durch Verspätung verlorenen Punkt. Nachdem er als umsichtiger Mannschaftsführer alle Spieler auf das neue Spiellokal von Post Ulm hingewiesen hatte, fand er selbst den Weg dorthin nicht rechtzeitig (und hatte weder Handy noch Navi dabei), so dass seine Partie ohne einen einzigen Zug an den Gegner ging. Es ist natürlich spekulativ, aber ein zusätzlicher halber Punkt aus dieser Partie hätte den Klassenerhalt bedeutet.

Eine starke Saison hat unser Fernpendler Michael Rupp gespielt. Rechnet man die kampflose Niederlage (gegen Stuttgart I hatten wir keinen Ersatz für unseren verhinderten Berliner) und einen kampflosen Sieg (in der Schlussrundenbegegnung in Willsbach) heraus, bleiben 4,5/7 (DWZ-Schnitt der Gegner: 2176). Highlight bleibt sicher der überzeugende Sieg gegen WGM Misanovic in der zweiten Runde gegen Deizisau (den Micha ja auch auf der Homepage kommentiert hat). Selbstkritisch wie immer ärgerte ihn selbst am meisten, dass er in der Begegnung gegen Schwäbisch Gmünd eine stark herausgespielte Gewinnstellung gleich mehrfach vergab, zumal auch in diesem Kampf an dem halben Punkt ein besseres Mannschaftsergebnis (Unentschieden) hing, das in der Endabrechnung den Klassenerhalt gesichert hätte.

Durchwachsen lief es für Dietmar Kessler: Wichtigen Siegen in überzeugend vorgetragenen Partien (wie in Ulm) stehen Niederlagen in den wichtigen Kämpfen der beiden Schlussrunden gegenüber, die letztlich beide 3,5:4,5 verloren gingen. Mit dem Endergebnis von 3,5/8 (DZW-Schnitt der Gegner 2186 und damit ein bisschen höher als an Brett 2) wird er wahrscheinlich nicht ganz zufrieden sein.

Ralf Warthmann ist eine Bank (wenn er spielt). Mit 4/6 weist er neben Michael Rupp und Walter Wolf (der nur zweimal zum Einsatz kam) den besten Score auf. Er weiß sich auch in schwierigen Stellungen zäh zu verteidigen und ist deswegen ein echter Gewinn für die Mannschaft. Umso mehr macht es sich bemerkbar, wenn er ausfällt (zumal dies durch das notwendige Aufrücken Aufstellung und Farbverteilung ziemlich durcheinander bringt).

Werner Junger hat im Mittelblock mit 4,5/9 (gegen Gegner mit einem DWZ-Schnitt von 2140) ein genau 50%-iges Ergebnis erzielt. Angesichts vieler Weißpartien hätte der eine oder andere halbe Punkt mehr uns sehr geholfen. In der verhängnisvollen Schlussrundenbegegnung in Willsbach kämpfte er bis zum Schluss, hatte das Ruder auch schon herumgerissen, musste aber letztlich in höchster Zeitnot doch noch die Waffen strecken.

Uli Junger musste 8 von 9 Partien mit den schwarzen Steinen spielen. Das ist gegen im Schnitt 140 DWZ-Punkte stärkere Gegner ein echtes Handicap, auch wenn Uli eigentlich gern und gut mit Schwarz spielt. In dieser Saison musste er sich eigentlich immer in gedrückten Stellungen gegen die Niederlage stemmen. Bezeichnenderweise lieferte er seinen einzigen Sieg (insgesamt 2/9) dann ab, als es um alles ging: In der letzten Runde zerlegte er seinen Gegner (natürlich mit Schwarz!); leider ging der Kampf trotzdem verloren.

Hartmut Hehn – an Brett 6 oder 7 eingesetzt – hingegen spielte wie Werner Junger fast alle Partien mit den weißen Steinen. Auch bei einem Gegnerschnitt von 2083 wäre hier vielleicht der eine oder andere halbe Punkt mehr drin gewesen. Ärgerlich vor allem der Verlauf der letzten Partie, in der ihm der Gegner bereits die Punkteteilung angeboten hatte, allerdings zu einem Zeitpunkt, als noch nicht sicher war, ob ein halber Punkt an seinem Brett reichen würde. Später dann wollte sein Gegenüber kein Remis mehr und schaffte es tatsächlich, den Weg in ein gewonnenes Bauernendspiel zu finden.

An Brett 7/8 (je nach Besetzung der Mannschaft) kam Michael Mehrer zum Einsatz. Auch bei ihm kam es wegen der Aufstellungsprobleme fast nur zu Schwarzpartien, die überwiegend turbulent verliefen. Das Ergebnis von 5/9 (DWZ-Schnitt der Gegner: 2079) ist in Ordnung, wenn auch in der letzten Partie vielleicht mehr drin gewesen wäre.

Die Ersatzleute Walter Wolf (1,5 Punkte) und Rainer Weber (0,5) kamen jeweils in zwei Partien zum Einsatz.

Dass wir an sich in der Oberliga mithalten können, zeigt sich an der Brettpunktebilanz: Mit 33 von 72 möglichen Brettpunkten (gut 45%) haben wir genauso viele geholt wie Stuttgart II. Die Stuttgarter Schachfreunde kommen aber auf zwei Siege, drei Unentschieden und damit 7 Mannschaftspunkte (die schon vor dem letzten Spieltag bequem den Klassenerhalt sicherten), während SVE I mit der gleichen Brettpunktezahl nur einen Sieg und ein Unentschieden einfuhr und mit drei Punkten absteigt.

In der nächsten Saison heißt es – nach drei Spielzeiten in der Oberliga – also wieder Verbandsliga Süd. Die Erfahrung zeigt, dass es leichter ist, in der Oberliga den Klassenerhalt zu schaffen, als in der Verbandsliga die Meisterschaft. Wie eng es dort zugeht, zeigt die aktuelle Saison, in der vor dem letzten Spieltag mit Fils-Lauter, Bebenhausen II, Weiße Dame Ulm und Tübingen noch vier (!) Mannschaften die (rechnerische) Chance auf den Titel haben.

Aktualisiert ( Freitag, den 27. April 2012 um 10:28 Uhr )
 
Fiasko zum Saisonabschluss PDF Drucken E-Mail
  
Mittwoch, den 18. April 2012 um 08:46 Uhr

Oberliga Württemberg: TSV Willsbach I – SVE I                                                       4,5:3,5

Am letzten Spieltag der Oberliga Württemberg ging es eigentlich nur noch um eine Frage: Wer ist der zweite Absteiger neben Willsbach? Ebersbach musste punkten und benötigte zudem Schützenhilfe von Post Ulm, um noch zu Biberach aufschließen zu können.

Um es kurz zu machen: Ulm trat vollzählig und mit starker Besetzung in Biberach an und gewann klar mit 5,5:2,5, doch Ebersbach selbst lieferte nicht, sondern unterlag bei dem bereits als Absteiger feststehenden Gastgeber aus Obersulm-Willsbach mit 3,5:4,5.

Dabei sah es zunächst gut aus. An Brett 2 kam Michael Rupp zu einem kampflosen Punkt, weil die Gegner nur zu siebt antraten. Und an Brett 6 stand Uli Junger mit Schwarz schon nach 10 Zügen auf Gewinn, weil ihm bereits in der Eröffnungsphase ein Mattmotiv Material- und Stellungsvorteil einbrachte. Bei dieser Sachlage entschlossen sich Bernd Grill (1) und Michael Mehrer (8) relativ früh zu Punkteteilungen, so dass Ebersbach nach weniger als drei Stunden mit 3:1 in Führung lag.

Nachdem die Gastgeber an Brett 3 verkürzt hatten, war zwar klar, dass weitere 1,5 Punkte den Mannschaftssieg bedeuten würden. Unklar war aber, ob zum Klassenerhalt ein Mannschaftssieg erforderlich sein oder eventuell auch ein 4:4 reichen würde. Vor diesem Hintergrund und weil auch die Stellungen in den anderen beiden Partien nicht gut waren, wurde an Brett 7 ein Willsbacher Remisangebot abgelehnt.

In der vierten Spielstunde gelang es Ralf Warthmann, seine kritische Stellung schrittweise zu verbessern. Sein Freibauer kostete einen gegnerischen Läufer das Leben; das entstandene Endspiel mit Qualitätsvorteil war jedoch nicht zu gewinnen.

Der weitere Verlauf kann dann nur noch als dramatisch bezeichnet werden. An den Brettern 5 und 7 hatten eigentlich beide Ebersbacher Spieler das Gröbste überstanden, doch in der zweiten Zeitnotphase – kurz vor Ende der absoluten Gesamtspielzeit – gingen beide Partien noch an die Gastgeber zum Endstand von 4,5:3,5, der für uns den Abstieg bedeutete.

Kurzes Fazit: In der Saison ist aus unseres Sicht einiges unglücklich gelaufen: Die auf skurrile Weise kampflos verlorene Partie von Bernd Grill in Ulm, die (im ganzen Verband diskutierte) Entscheidung in dem uns indirekt betreffenden Protestfall Biberach – Stuttgart II sowie natürlich vor allem der Mannschaftskampf in der letzten Runde. Aber andererseits bleibt festzuhalten, dass wir eben in diesem letzten Kampf mit einem (sicher möglichen) Mannschaftspunkt die Klasse hätten halten können. Und wer seinen eigenen Beitrag nicht liefert, der steigt eben verdient ab.

Ein ausführlicherer Saisonrückblick folgt demnächst an dieser Stelle.

 

A-Klasse Filstal: SF Göppingen IV – SVE IIII                                                             7:1

Auch die dritte Mannschaft hat ihre doppelrundig ausgetragene Saison abgeschlossen: Am letzten Spieltag der A-Klasse unterlag man der Göppinger Vierten mit 1:7. Den Punkt holte Uwe Finster an Brett 3. In der Abschlusstabelle trägt SVE III ohne Punktgewinn die rote Laterne. Neben insgesamt 10 kampflos abgegebenen Partien (mehr als die anderen Mannschaften zusammen) gab es auch ein paar (aber leider zu wenige) Lichtblicke.

Vorschau: Am kommenden Freitag ist ab 20:00 Uhr Spielabend in den Seminarräumen der VHS (Kirchberg). Das Jugendtraining findet dort ab 18:00 Uhr statt.

Aktualisiert ( Mittwoch, den 18. April 2012 um 08:48 Uhr )
 
Havarie in Willsbach PDF Drucken E-Mail
  
Dienstag, den 17. April 2012 um 08:12 Uhr

Oberliga Württemberg

Runde 9:   Willsbach - SVE  4,5:3,5

 

Auf den Tag genau hundert Jahre nach dem Untergang der Titanic erlitt auch das Flaggschiff des Schachvereins Ebersbach eine schwere Havarie auf den stürmischen Gewässern der Oberliga: es streifte bei Willsbach ein Riff und muß nun, obgleich nicht gesunken, zwecks Wartungsarbeiten zurück in die Werft und kann in der nächsten Saison nun leider nur in den etwas ruhigeren Gewässern der Verbandsliga eingesetzt werden.

Bei bewölktem, aber ordentlichem Wetter hatte zunächst alles gut begonnen: von der letzten Klippe schien keine besondere Gefahr auszugehen, zumal die Gastgeber nur zu siebt (Michael Rupp gewann kampflos) angetreten waren. Kapitän Bernd Grill spielte zwar eine eher uninspirierte Partie und nahm das schnelle Remisangebot an, was aber wegen der allgemein günstigen Bedingungen die richtige Entscheidung zu sein schien, zumal Besatzungsmitglied Uli Junger an Brett 6 bereits nach wenigen Zügen mit Schwarz total auf Gewinn stand und die Partie nach Hause fuhr. Auch Michael Mehrer sammelte ungefährdet einen weiteren halben Punkt. Dann kippte jedoch das Wetter, und die See wurde rauh: die übrigen vier Partien sahen nicht sonderlich gut aus, weshalb schnell klar wurde, daß trotz des Vorsprungs möglicherweise noch ein echtes Sturmtief aufziehen könnte. Prompt mußte man Brett 3 die Segel streichen, so daß die Lage immer ernster wurde. Das umsichtige Agieren von Ralf Warthmann, der einen Brandherd löschte und sich fast mit einem Sieg belohnt hätte, ließ die Hoffnung wieder aufkeimen. Da die Partie remis endete, war man allerdings noch immer nicht in Sicherheit. Obwohl sich die Lotsen von Post Ulm in Biberach voll ins Zeug legten und sich alle Mühe gaben, das bedenklich wackelnde Schiff auf Kurs zu halten, stand die dramatische Zuspitzung der Lage bevor. Eine der beiden noch laufenden Partien stand auf Messers Schneide und ging schließlich nach hartem Kampf verloren. Endgültig auf Kollisionskurs befand man sich, nachdem die Partie an Brett 7 anstatt folgerichtig mit Dauerschach zu enden, in ein verlorenes Bauernendspiel mündete. Damit war dem Flaggschiff tatsächlich noch das unglaubliche Malheur passiert, kurz vor dem rettenden Hafen mit 3,5:4,5 noch zu havarieren.

Nach dieser völlig unnötigen und unfassbaren Niederlage besteht die folgerichtige Konsequenz im Abstieg in die Verbandsliga. In einer Saison voller Pleiten, Pech und Pannen (das Malheur in Ulm, das Urteil des Schiedsgerichts, mangelnde Abgeklärtheit usw.) paßte es ins Bild, daß diese Niederlage gegen zum Teil uninspiriert wirkende Gastgeber diesen den ersten - wenngleich bedeutngslosen - Sieg in der Oberliga bescherte, da auch sie den Gang in die Verbandsliga antreten müssen.

Angesichts der Tatsache, daß man in jeder Saison bisher gegen den Abstieg kämpfen mußte, war damit zu rechnen, daß es unser Team irgendwann wieder einmal erwischen mußte. Dramatisch waren nur die Umstände, die dieses Mal zum Abstieg führten, zumal auch in dieser Saison der Klassenerhalt bis zuletzt möglich war. Somit ist das vierte Oberliga-Abenteuer (1987/88, 2005/06, 2007/08 und 2009-2012) vorerst beendet. Die Mannschaft hat zwar in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, daß sie den erneuten Aufstieg schaffen kann, aber angesichts der Mannschaften, die sich derzeit in der Verbandsliga tummeln, dürfte dies schwieriger denn je werden.

 

Damit dürfte die Saison 2011/12 als eine der schlechtesten in der Geschichte des Vereins in Erinnerung bleiben: die Erste steigt ab, die Zweite nicht auf, und die Dritte ziert das Tabellenende in der A-Klasse.

Bernd Grill  

   

Aktualisiert ( Dienstag, den 17. April 2012 um 08:17 Uhr )
 
"Exilschwabe" mischt Berliner Schnellschachszene auf PDF Drucken E-Mail
  
Samstag, den 07. April 2012 um 20:04 Uhr

Rupp bei 15-Minuten-Schnellschachturnier mit "Stockerlplatzierung"

 

 

Am heutigen Ostersamstag nutzte der Berichterstatter die Gelegenheit, sich für das letzte und entscheidende Saisonspiel am nächsten Wochenende "warmzuspielen" und nahm entsprechend als mittlerweile "Berufsberliner" am neunrundigen Osterschnellturnier in Berlin-Lichtenrade teil.

 

Als nominelle Nummer acht der Setzliste in dem 48 Teilnehmer zählenden Starterfeld bescherte mir das Los nach zwei "Pflichtsiegen" in den Auftaktrunden in Runde drei die Nummer eins der Setzliste, den Berliner IM Rene Stern, der 2010 Deutscher Schnellschachmeister und 2011 Vizemeister geworden war.  Mit den weißen Steinen spielend ließ Stern im frühen Mittelspiel zweimal hintereinander einen gewinnträchtigen Zug aus, der auch meiner Aufmerksamkeit entgangen war. Dennoch war ich später aufgrund einer schlechteren Leichtfigur positionell mehr und mehr ins Hintertreffen geraten, bis ich letztlich die Segel streichen musste. Nach einem weiteren Remis gegen einen nominell etwas schwächeren Gegner keimten in mir so die ersten Zweifel ob meiner Tagesform auf, doch die folgenden Partien sollten dann doch noch vollauf entschädigen. So gelang es mir, die nächsten vier Partien allesamt zu gewinnen, wobei mir zunächst gegen zwei nominell gleichwertige und dann noch stärkere Spieler auch richtig überzeugende Leistungen gelangen, insbesondere in den Runden sieben und acht gegen die erfahrenen FM Atila Gajo Figura und IM Drazen Muse, die ich ziemlich glatt zu überspielen vermochte. Da zudem auch die übrige Mitkonkurrenz inzwischen bereits einige Federn gelassen hatte bzw. zwischenzeitlich ebenfalls vom letztlich mit 8,5 Punkten überlegen gewinnenden IM Stern "eins übergebraten bekommen hatte", fand ich mich vor der Schlussrunde auf einmal mit 6,5/8 auf dem ungeteilten zweiten Platz wieder. 

Da allein mein Schlussrundengegner mit einem halben Punkt Rückstand noch in Schlagweite war, hätte mir also ein Remis gereicht, diesen zweiten Platz abzusichern, doch leider konnte ich nun keine so gute Leistung mehr abrufen, so dass es meinem Gegner FM Dirk Paulsen - wie Stern ebenfalls eine seit langem arrivierte Größe in der Berliner Schnellschachturnierszene - mit seinem Sieg gelang, noch an mir vorbeizuziehen. Der Schaden hielt sich indes sehr in Grenzen, denn nach Buchholzwertung konnte ich mir letztlich vor zwei weiteren punktgleichen Konkurrenten noch den dritten Gesamtrang sichern.

Aktualisiert ( Sonntag, den 08. April 2012 um 00:47 Uhr )
 
Showdown am letzten Spieltag PDF Drucken E-Mail
  
Montag, den 19. März 2012 um 11:11 Uhr

Oberliga Württemberg 2011/12

Runde 8:   SVE - Schmiden/Cannstatt   3,5:4,5

 

Es ist wie verhext: in den letzten beiden Saisons ging kein Mannschaftskampf höher als 3:5 verloren - dennoch setzt es einfach zu viele Niederlagen. Gegen die starken Gäste lief es wieder nicht rund: an den hinteren Brettern waren bereits zwei Partien verloren gegangen, bevor Werner Junger einmal mehr seine hervorragende Vorbereitung präsentieren durfte, seinen Gegner chancenlos an die Wand spielte und zu einem ungefähredeten und verdienten Sieg kam. Walter Wolf riß in verdächtiger Stellung das Ruder nochmals herum und siegte ebenfalls. Damit war der Spielstand zwischenzeitlich ausgeglichen. Dann erwies sich jedoch auch die Partie an Brett 3 als unhaltbar: die Konsequenzen einer Zeitnotschlacht waren zu unseren Ungunsten verlaufen und hatten die gar nicht so übel stehende Partie ruiniert. Dann gab Michael Rupps Gegner plötzlich an Brett 2 die Partie ohne ersichtlichen Grund auf! Auch die nachfolgende Analyse gab keinen Aufschluß über die Hintergründe. Die Stellung war wohl etwas angenehmer für Weiß, aber keineswegs aufgabereif für Schwarz gewesen. Dennoch war der Kampf praktisch schon entschieden: aus den zwei noch laufenden Partien war maximal noch ein halber Zähler zu holen. Daß dieser noch errungen wurde, war dabei schon erstaunlich genug: Bernd Grill rettete nach fast sechs Stunden seine höchst verdächtige, wohl verlorene Stellung doch noch ins Remis und bewies (wie schon gegen Pfullingen, als ihm dasselbe Kunststück schon einmal gelungen war) Kämpferqualitäten. Die ernüchternde Erkenntnis lautete indes, daß das mühsam errungene Unentschieden nicht mehr als brotlose Kunst aus Sicht des Teams war, da die andere Partie wie erwartet verloren gegangen war.

Damit tritt der befürchtete Showdown am letzten Spieltag ein: gegen den bereits feststehenden Absteiger aus Willsbach muß mindestens ein 4:4 her, wenn der Klassenerhalt noch gelingen soll. Es hängt alles vom Match Biberach gegen Post Ulm ab: wir sind auf die Schützenhilfe der Ulmer angewiesen. Sollte Biberach gewinnen, ist unser Team definitiv abgestiegen. Im Falle eines Unentschiedens bräuchte unser Team einen Sieg, und im Falle einer Niederlage der Biberacher würde auch ein 4:4 reichen. Das Gefühl, auf fremde Hilfe angewiesen zu sein, ist nicht gerade angenehm, aber eine andere Hoffnung bleibt uns nicht mehr.

Stuttgart 1 hat den Aufstieg in die 2. Bundesliga vorzeitig errungen und kann sich entspannt zurücklehnen.

Böblingen hat den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga praktisch sicher, so daß aus der Oberliga zwei Teams absteigen. Eines dieser Teams ist Willsbach - das andere Team wird noch ermittelt (Ebersbach oder Biberach).

Am 15. April geht es auswärts gegen Willsbach um alles.

Bernd Grill

 
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