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Saisonbilanz
Wie unlängst angekündigt, eine kleine Rückschau auf die Oberliga-Saison der I. Mannschaft.
Das Saisonziel Klassenerhalt ist verfehlt worden: SVE I belegt in der Abschlusstabelle mit 3:15 Punkten den neunten und vorletzten Platz und muss in die Verbandsliga absteigen.
Rückblickend kann man sagen, dass Ebersbach an fast allen Gegnern „dran“ war: Wie schon im vergangenen Jahr wurde kein Kampf höher als 3:5 verloren, allein vier Mal (gegen Schmiden, Schwäbisch Gmünd, Stuttgart II und Willsbach) gab es mit 3,5:4,5 die knappest mögliche Niederlage. Teilweise hätten die Niederlagen höher ausfallen können, in anderen Kämpfen war mehr drin. Insbesondere die verlorenen Begegnungen gegen Pfullingen zu Saisonbeginn und Willsbach am Ende gegen mehr oder weniger direkte Konkurrenten brachen den Filstälern das Genick. In starker Form präsentierte sich SVE I vor allem in Ulm (wo zu siebt ein 4:4 geholt wurde) und in Biberach (wo durch ein überzeugendes 6:2 der Abstiegskampf noch einmal spannend gemacht wurde).
Bemerkenswert ist, dass wir erstmals seit Langem zwei kampflose Niederlagen zu verzeichnen hatten: Gegen Ulm waren wir eigentlich vollzählig, Bernd Grill fand aber das Spiellokal nicht rechtzeitig (siehe sogleich); gegen Stuttgart I fiel Michael Rupp aus und konnte nicht ersetzt werden. Ein Problem war auch, dass unsere Mannschaftskämpfe (zu) oft mit denen der Zweiten kollidierten.
Schaut man sich die Leistungen der Spieler im Einzelnen an, ergibt sich ein differenziertes Bild:
Bernd Grill konnte mit 3,5/9 (bzw. aus 8 Partien, wenn man die kampflose Niederlage nicht zählt) nicht ganz so auftrumpfen wie in der Vorsaison. Freilich bekommt er es am Spitzenbrett in der Regel mit sehr starker Gegnerschaft (DWZ-Schnitt: 2250) zu tun. Mit diesen starken Gegnern hat Bernd auch in dieser Spielzeit auf Augenhöhe mitgehalten. Schade ist es um den in Ulm durch Verspätung verlorenen Punkt. Nachdem er als umsichtiger Mannschaftsführer alle Spieler auf das neue Spiellokal von Post Ulm hingewiesen hatte, fand er selbst den Weg dorthin nicht rechtzeitig (und hatte weder Handy noch Navi dabei), so dass seine Partie ohne einen einzigen Zug an den Gegner ging. Es ist natürlich spekulativ, aber ein zusätzlicher halber Punkt aus dieser Partie hätte den Klassenerhalt bedeutet.
Eine starke Saison hat unser Fernpendler Michael Rupp gespielt. Rechnet man die kampflose Niederlage (gegen Stuttgart I hatten wir keinen Ersatz für unseren verhinderten Berliner) und einen kampflosen Sieg (in der Schlussrundenbegegnung in Willsbach) heraus, bleiben 4,5/7 (DWZ-Schnitt der Gegner: 2176). Highlight bleibt sicher der überzeugende Sieg gegen WGM Misanovic in der zweiten Runde gegen Deizisau (den Micha ja auch auf der Homepage kommentiert hat). Selbstkritisch wie immer ärgerte ihn selbst am meisten, dass er in der Begegnung gegen Schwäbisch Gmünd eine stark herausgespielte Gewinnstellung gleich mehrfach vergab, zumal auch in diesem Kampf an dem halben Punkt ein besseres Mannschaftsergebnis (Unentschieden) hing, das in der Endabrechnung den Klassenerhalt gesichert hätte.
Durchwachsen lief es für Dietmar Kessler: Wichtigen Siegen in überzeugend vorgetragenen Partien (wie in Ulm) stehen Niederlagen in den wichtigen Kämpfen der beiden Schlussrunden gegenüber, die letztlich beide 3,5:4,5 verloren gingen. Mit dem Endergebnis von 3,5/8 (DZW-Schnitt der Gegner 2186 und damit ein bisschen höher als an Brett 2) wird er wahrscheinlich nicht ganz zufrieden sein.
Ralf Warthmann ist eine Bank (wenn er spielt). Mit 4/6 weist er neben Michael Rupp und Walter Wolf (der nur zweimal zum Einsatz kam) den besten Score auf. Er weiß sich auch in schwierigen Stellungen zäh zu verteidigen und ist deswegen ein echter Gewinn für die Mannschaft. Umso mehr macht es sich bemerkbar, wenn er ausfällt (zumal dies durch das notwendige Aufrücken Aufstellung und Farbverteilung ziemlich durcheinander bringt).
Werner Junger hat im Mittelblock mit 4,5/9 (gegen Gegner mit einem DWZ-Schnitt von 2140) ein genau 50%-iges Ergebnis erzielt. Angesichts vieler Weißpartien hätte der eine oder andere halbe Punkt mehr uns sehr geholfen. In der verhängnisvollen Schlussrundenbegegnung in Willsbach kämpfte er bis zum Schluss, hatte das Ruder auch schon herumgerissen, musste aber letztlich in höchster Zeitnot doch noch die Waffen strecken.
Uli Junger musste 8 von 9 Partien mit den schwarzen Steinen spielen. Das ist gegen im Schnitt 140 DWZ-Punkte stärkere Gegner ein echtes Handicap, auch wenn Uli eigentlich gern und gut mit Schwarz spielt. In dieser Saison musste er sich eigentlich immer in gedrückten Stellungen gegen die Niederlage stemmen. Bezeichnenderweise lieferte er seinen einzigen Sieg (insgesamt 2/9) dann ab, als es um alles ging: In der letzten Runde zerlegte er seinen Gegner (natürlich mit Schwarz!); leider ging der Kampf trotzdem verloren.
Hartmut Hehn – an Brett 6 oder 7 eingesetzt – hingegen spielte wie Werner Junger fast alle Partien mit den weißen Steinen. Auch bei einem Gegnerschnitt von 2083 wäre hier vielleicht der eine oder andere halbe Punkt mehr drin gewesen. Ärgerlich vor allem der Verlauf der letzten Partie, in der ihm der Gegner bereits die Punkteteilung angeboten hatte, allerdings zu einem Zeitpunkt, als noch nicht sicher war, ob ein halber Punkt an seinem Brett reichen würde. Später dann wollte sein Gegenüber kein Remis mehr und schaffte es tatsächlich, den Weg in ein gewonnenes Bauernendspiel zu finden.
An Brett 7/8 (je nach Besetzung der Mannschaft) kam Michael Mehrer zum Einsatz. Auch bei ihm kam es wegen der Aufstellungsprobleme fast nur zu Schwarzpartien, die überwiegend turbulent verliefen. Das Ergebnis von 5/9 (DWZ-Schnitt der Gegner: 2079) ist in Ordnung, wenn auch in der letzten Partie vielleicht mehr drin gewesen wäre.
Die Ersatzleute Walter Wolf (1,5 Punkte) und Rainer Weber (0,5) kamen jeweils in zwei Partien zum Einsatz.
Dass wir an sich in der Oberliga mithalten können, zeigt sich an der Brettpunktebilanz: Mit 33 von 72 möglichen Brettpunkten (gut 45%) haben wir genauso viele geholt wie Stuttgart II. Die Stuttgarter Schachfreunde kommen aber auf zwei Siege, drei Unentschieden und damit 7 Mannschaftspunkte (die schon vor dem letzten Spieltag bequem den Klassenerhalt sicherten), während SVE I mit der gleichen Brettpunktezahl nur einen Sieg und ein Unentschieden einfuhr und mit drei Punkten absteigt.
In der nächsten Saison heißt es – nach drei Spielzeiten in der Oberliga – also wieder Verbandsliga Süd. Die Erfahrung zeigt, dass es leichter ist, in der Oberliga den Klassenerhalt zu schaffen, als in der Verbandsliga die Meisterschaft. Wie eng es dort zugeht, zeigt die aktuelle Saison, in der vor dem letzten Spieltag mit Fils-Lauter, Bebenhausen II, Weiße Dame Ulm und Tübingen noch vier (!) Mannschaften die (rechnerische) Chance auf den Titel haben. |